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Google ist zu nett zu den Chinesen, ignoriert viele deutsche Sites und dominiert den Anzeigenmarkt im Netz.
Netzeitung 29.6.2006
Inzwischen hat Google Zoff mit den Chinesen, weil Google offenbar die westlichen Spielregeln im Reich der Mitte durchsetzen wollte. – Erst vor der eigenen Türe wischen, kann man da nur sagen, vor allem, aber nicht nur an die Adresse der Amerikaner. netzpolitik.org, 13.1.2010
Bei manchen Webinhalten hat man den Eindruck, dass sie geschrieben wurden für dumme und unendlich geduldige Leute – ähnlich wie gewisse TV-Werbespots. Banalitäten, hohle Sprüche, Worthülsen, Schrott, aufwändige Selbstdarstellungen, Willkommenssprüche, raffinierte Flash-Animationen – lauter Dinge, die dem Besucher nichts bringen, aber den Sitebetreiber doch Geld kosten, zum Teil viel Geld. (A propos Animationen: es gibt auch welche, die nützlich sind, z.B. eine animierte Hilfe zur Installation eines Produktes.)
Viele Webinhalte sind komplett aus der Sicht der Seitenbetreiber gestaltet: z.B. mit detaillierten technischen Produktbeschreibungen – statt nach dem eigentlichen Nutzen der Kunden zu fragen. «100 kWh» zum Beispiel sind kein Kundennutzen (Datenblätter können aber zum Download angeboten werden).
Der Kunde interessiert sich für Fragen, die ihn als Menschen betreffen, z.B. als Menschen im Arbeitsprozess, Sicherheit usw. Emotionalität darf nicht vergessen werden.
Zugegeben, das Denken in Kundennutzen ist nicht so einfach, wie es tönt – ein grundsätzliches Problem der Marketingkommunikation, zum Beispiel der Werbung oder des Verkaufs – oft auch ein Problem der Werbenden, die ihren Kunden, den Auftraggeber, von der Bedeutung des Kundennutzens überzeugen möchten, dabei oft scheitern und dann halt machen, was der Kunde will – speziell bei KMU.
Ich habe vor einiger Zeit mit einem Werber für KMU gesprochen, der in seiner Eigenwerbung den Kundennutzen prominent hervorhebt. Er versuche schon gar nicht mehr, die Kunden zu überzeugen, das sei zu aufwändig bei dem Geld, das man heute noch verdiene.
Webinhalte sollen aus nützlichen Inhalten bestehen – nützlich für die gewählte Zielgruppe:
Achtung: Wenn wir keinen Text haben auf der Startseite oder sonst einer Seite, haben wir auch kein «Futter» für die Suchrobots* und natürlich auch nicht für die Besucher. Schönheitsköniginnen von Websites befriedigen den Gestalter, den Grafiker, sind aber nicht unbedingt Nutzenchampions.
(*) Ein Suchrobot ist eine Software einer Suchmaschine; man spricht von Algorhythmus. Suchrobots durchsuchen permanent das weltweite Netz nach Webseiten, beurteilen diese und nehmen sie gegebenenfalls in den Index der Suchmaschine auf, wo sie dann gefunden werden können.
Webstrukturen und Navigation sollen sich am Gängigen und Bewährten orientieren. Wer glaubt, den Besucher mit neuen, «genialen» Einfällen überraschen zu müssen, um sich von andern abzuheben, der zwingt den Besucher, erst herauszufinden, wie das alles funktioniert. Aber der Besucher lässt sich nur zwingen, wenn er einen Inhalt unbedingt haben muss – was eher selten der Fall sein dürfte.
Schlüsselwörter sind wichtig für die Suchmaschinen, und die sind wichtig, damit man gefunden wird im Internet. Schlüsselwörter sind aber auch wichtig für den Besucher, weil sie ihm helfen, einen Inhalt richtig einzuordnen.
Damit man bei 30'000 gefundenen Seiten zu einem Stichwort nicht an 27'385ster Stelle steht mit seinem Angebot. Beispiel: zum Begriff «suchmaschinen» bringt Google 11'400'000 Ergebnisse (7.2008), zur englischen Variante «search engines» 67'400'000.
Suchmaschinenoptimierung ist ein dauernder Prozess und hört nicht auf mit dem Publizieren einer Web-Präsentation.
SEO ist Teil des Publizierens einer Website im Internet. SEO ist im Allgemeinen nicht Bestandteil einer Webdesign-Offerte, wohl aber des Webpublishings. Vergleich: die Produktion einer Inserateserie ist eine Sache und die Plazierung in den Medien eine andere.
Suchmaschinenoptimierung und -marketing werden gerade bei KMU und von Kleinwebagenturen und auch grösseren oft vernachlässigt – mangels Kenntnissen, oder weil man so billig offeriert hat, dass mehr Arbeit einfach nicht mehr drin liegt (der schlechte Gedanke: der Kunde versteht ja eh nichts davon).
Professionelles Webpublishing mit allem was dazu gehört, sollte dem Kunden mit überzeugenden Argumenten verkauft werden – die der Berater kennen muss. Im Interesse des Kunden! Denn es kostet mehr als einfach rasch eine Website basteln. Qualität hat auch hier ihren Preis.
Suchmaschinenoptimierung heisst nicht, Garantien für ein Ranking unter den ersten 10 abzugeben. Das ist Scharlatanerie und kann nur von Leuten behauptet werden, die nichts von der Sache verstehen – oder denken, der Kunde verstehe nichts davon. Will man garantiert ganz oben stehen, so muss man bei Google Werbeplatz kaufen.

Was da steht, ist doch ziemlich einfältig (aus einem SEO-Werbe-Mail). Warum? Denken Sie einmal nach.
Suchmaschinenoptimierung und -marketing bedingen spezielle Kenntnisse, Erfahrung und auch Werkzeuge. Sie gehören in aller Regel nicht zum Umfang der Arbeiten einer Website-Erstellung, sind Zusatzaufwand und finden über die ganze Lebensdauer einer Seite statt.
Für diese Arbeiten gibt es Spezialagenturen. Sie kann für eine mittlere Website rasch 10 000 Franken und mehr kosten. Ob kleinere Firmen sich das leisten können und wollen, wenn sie schon für die Website selber nicht mehr als ein paar Tausend Franken ausgeben wollen? Kaum. Man kann aber auch mit weniger Aufwand schon einiges bewirken; das biete ich Ihnen gerne an.
Den etablierten Begriff «Usability» könnte man mit Benutzerfreundlichkeit übersetzen. Eine Website bzw. die einzelnen Seiten so gestalten, in Struktur, Navigation, Inhaltsdarbietung usw., dass der Besucher rasch an sein Ziel kommt – ohne viel überlegen zu müssen und abgelenkt zu werden.
Wer sich nicht an die Regeln hält, den bestraft das Leben. Den Schaden hat der Site-Betreiber. Und mit der Zeit auch seine Agentur – falls der Kunde den Schaden bemerkt.
Man muss da auch dem potenziellen Kunden sagen: wem der billige Preis einziges Kriterium ist bei der Wahl eines Webdesigners, muss der Auftraggeber halt nehmen, was er für diesen Preis bekommt. Man kriegt ja auch nicht für den Preis eines Fiat «Cinquecento» einen ausgewachsenen Mercedes.
Professionelle Usability bedingt Spezialkenntnisse und viel Erfahrung.
Und kostet Geld. Es gibt auch hier Spezialagenturen. Ein Minimum an solchen Kenntnissen sollte sich aber jeder Webdesigner aneigen. Sollte.
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